Forschungsausblick

Der CERES Index religiöser Diversität ist nur ein erster und sehr beschränkter Schritt auf dem Weg zu einem sichereren methodischen Prinzip. Was bleibt ist die dringende Forderung nach neuen empirischen Methoden zur Erkenntnissteigerung der möglichen Konsequenzen von religiösen Pluralisierungsprozessen weltweit. 

Modelle für zukünftige Forschung

Bisher konnte das innovative Vorgehen, das im Projekt Religiöse Pluralität in drei Europäischen Ländern erarbeitet wurde, nicht auf jedes Land angewendet werden, aus dem einfachen Grund, dass die Daten fehlen. Während die gängigen Datenbanken das Christentum in Untergruppen unterteilen (wie katholisch, protestantisch, orthodox), erscheinen andere Religion wie der Islam oder Hinduismus als feste Einheiten ohne innere Differenzierung. Mit solchen unvollständigen und wenig präzisen Werten kann die Frage nach den Auswirkungen ansteigender religiöser Pluralität und/oder Säkularisierung nicht auf einer globalen Ebene beantwortet werden. Um einen präziseren Index zu erstellen, werden die folgenden Werte für jedes einzelne Land benötigt: der ADI, der ODI und der CRS.
Ein neuer Index religiöser Diversität könnte die Annahme überwinden, dass die Prozentzahl einer Bevölkerung, die sich mit einer religiösen Gruppierung identifizieren (Mitgliederzahlen), auch gleichzeitig für die Menschen steht, die in dieser Gruppe aktiv sind. Wie qualitative Studien zeigen, wird Religion regelmäßig unabhängig von religiöser Zugehörigkeit praktiziert. Gleichzeit geht eine religiöse Mitgliedschaft nicht automatisch mit der totalen Identifizierung mit dieser Religion einher. Um ein realistisches Bild der heutigen religiösen Landschaft zu malen, müssen all diese Aspekte mit einbezogen werden. 

Trotzdem sind die neuen Strategien der Messung, erprobt an drei Ländern, ein erster Schritt in die Richtung, dem hoffentlich weitere innovative Forschungsprojekte folgen werden.