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Religiöse Pluralität in NRW

Nordrhein-Westfalen ist das westlichste und - in Bezug auf Bevölkerung und Wirtschaftsleistung - größte Bundesland Deutschlands. NRW hat beinahe 18 Millionen Einwohner, steuert circa 22 Prozent zu Deutschlands Bruttoinlandproduktes bei und umfasst ein Gebiet von ungefähr 34.000 Quadratkilometern. Das Bundesland beherbergt nicht nur das ausgedehnte Rhein-Ruhr Gebiet mit den Städten Düsseldorf, Bonn und Köln, sondern auch das von der Industrie geprägte Ruhrgebiet mit Städten wie Dortmund, Essen, Duisburg, Bochum, Gelsenkirchen und Oberhausen. 

Lokale Forschung am CERES in Bochum

Das Bundesland NRW, 1949 gegründet, führt das religiöse Erbe seiner Vorgängerstaaten fort. Rund 42 Prozent der Bevölkerung sind Anhänger der römisch-katholischen Kirche, 28 Prozent gehören protestantischen Kirchen an. Die protestantische Bevölkerung geht auf die Zeit der protestantischen Reformation im 16. Jahrhundert sowie auf den Migrantenstrom während des 19. Jahrhunderts zurück. Ebenfalls sind in NRW andere kleine christliche Gruppierungen zu finden. Außerdem sind seit dem letzten Drittel des 20. Jahrhunderts neue Pluralitäten durch den Islam, andere außereuropäische Traditionen, neue religiöse Gemeinschaften sowie einen ansteigenden individuellen Spiritualisierungsprozess zu verzeichnen. 

Das CERES ist an der Ruhr-Universität Bochum direkt im Herzen des Ruhrgebietes angesiedelt. Den idealen Standort inmitten des Geschehens nutzt das CERES seit 2005 aus und führt quantitative sowie qualitative Studien zur Vermessung der religiösen Landschaft der Umgebung durch, beispielsweise in dem Projekt Religiöse Vielfalt – lokal – regional – global

Bedingungen und Konsequenzen von religiöser Pluralisierung 

Insgesamt konnten wir um die 8.500 lokale religiöse Organisationen verzeichnen. Etwas mehr als 76 Prozent der nordrhein-westfälischen Bevölkerung ist entweder formales Mitglied oder Anhänger einer religiösen  Gemeinschaft. Die Spanne der religiösen Gruppierungen reicht von den zwei großen christlichen Kirchen über islamische Organisationen und Moscheevereine, kleinere christliche Gemeinden, die orthodoxe Kirche und jüdische Gemeinden bis hin zu östlichen Religionen, neuen Religionen und esoterischen Praktiken. 
Der relationale, vergleichende Ansatz der unterschiedlichen Bezirksverwaltungen NRWs ermöglicht es uns, nach den Konditionen und Konsequenzen religiöser Pluralisierung zu fragen: 

  • Was sind die sozioökonomischen Bedingungen für Pluralisierungsprozesse?
  • Was sind die religiösen Auswirkungen? 
  • Werden Menschen mehr oder weniger religiös, wenn immer mehr religiöse Alternativen verfügbar sind?